
Die größten ATP-Einzelchampions der Open Era
Die Tennisgeschichte ist voller unglaublicher Champions, aber nur wenige haben auf der ATP-Tour einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen. Hier ist ein Blick auf die zehn erfolgreichsten Einzelspieler der Open Era – und warum ihr Vermächtnis weiterlebt.
Die Top 10 ATP-Spieler aller Zeiten
1. Jimmy Connors (USA)
Ein kompromissloser Kämpfer mit eigenwilligem Stil: Jimmy Connors hält den Rekord für die meisten ATP-Einzeltitel – unglaubliche 109. Der amerikanische Linkshänder war 268 Wochen lang die Nummer 1 der Welt und dominierte das Tennis in den 1970er und 1980er Jahren. Connors gewann 8 Grand-Slam-Titel; eine olympische Medaille blieb ihm jedoch verwehrt, seine Konstanz war legendär. Seine erbitterten Rivalitäten – vor allem mit McEnroe und Borg – prägten das goldene Zeitalter des Tennissports. Connors’ Langlebigkeit und Charisma machten ihn zu einer wahren Tennis-Ikone.
2. Roger Federer (Schweiz)
Roger Federer, der Schweizer Maestro, wird weltweit für seine elegante Technik und Sportlichkeit verehrt. Mit 103 Einzeltiteln, darunter 20 Grand Slams, stellte Federer zahllose Rekorde auf und definierte Exzellenz auf Rasen- und Hartplätzen neu. Bei den Olympischen Spielen 2012 holte er Silber im Einzel, Gold verpasste er nur gegen Andy Murray. Federers 310 Wochen als Nummer 1 der Welt und sechs ATP-Finalsiege stehen für seine außergewöhnliche Beständigkeit. Sein Vermächtnis reicht weit über Trophäen hinaus – Generationen werden von seiner Kunst und Anmut inspiriert.
3. Novak Djokovic (Serbien)
Novak Djokovic ist die dominante Kraft der 2010er und 2020er Jahre und hält aktuell den Rekord für die meisten Grand Slams (24). Mit 100 Einzeltiteln und dem „Career Golden Masters“ – als einziger alle neun Masters-1000-Turniere gewonnen – sind Djokovics Zahlen beeindruckend. Er gewann sowohl eine Gold- als auch eine Bronzemedaille bei Olympia; seine mentale Stärke ist unerreicht. Der Serbe ist bekannt für seine Ausdauer und seine Widerstandskraft in Fünf-Satz-Matches. Die Rivalitäten mit Federer und Nadal haben eine Ära geprägt.
4. Ivan Lendl (Tschechien/USA)
Ivan Lendl, geboren in der Tschechoslowakei, später US-Amerikaner, revolutionierte das Spiel mit seiner Grundliniendominanz. Er sammelte 94 Einzeltitel und 8 Grand-Slam-Siege und war in den 1980er Jahren der Siegertyp auf der Tour. Zwar blieb ihm eine olympische Medaille verwehrt, aber sieben ATP-Finalsiege sprechen für sich. Seine methodische Herangehensweise und sein Fitnessanspruch ebneten den Weg für das moderne Powertennis. Lendls Einfluss ist auch heute als Coach neuer Champions spürbar.
5. Rafael Nadal (Spanien)
Rafael Nadal ist der unumstrittene „König des Sandplatzes“ mit 14 French-Open-Titeln und insgesamt 22 Grand Slams. Seine 92 Einzeltitel und die olympische Goldmedaille 2008 krönen eine außergewöhnliche Karriere. Nadals Intensität, Bescheidenheit und Kampfgeist begeistern Fans auf der ganzen Welt. Verletzungen konnten seinen Siegeswillen nie brechen und seine Comebacks sind legendär. Die Duelle mit Federer und Djokovic sind wahre Tennisgeschichte.
6. John McEnroe (USA)
Bekannt für sein hitziges Temperament und unnachahmliche Volley-Kunst: John McEnroe gewann 77 Einzeltitel und 7 Grand Slams. 170 Wochen lang war er die Nummer 1 der Welt und gewann 8 ATP-Finals/Jahresendturniere, glänzte auch im Doppel. Olympia blieb ihm verwehrt, doch mit Persönlichkeit und Rivalitäten machte er Tennis populär. Seine Kunst am Netz ist bis heute unerreicht. McEnroes Vermächtnis lebt weiter – als Kommentator und auf der Legenden-Tour.
7. Rod Laver (Australien)
Rod Laver, zweimaliger Kalender-Grand-Slam-Sieger (1962, 1969), gilt als einer der Allergrößten. In der Open Era gewann er 72 Einzeltitel, darunter 11 Grand Slams; zahlreiche weitere Titel errang er vor 1968. Bei Olympia war Tennis nicht im Programm, Laver blieb diese Bühne verschlossen. Seine Vielseitigkeit und Bescheidenheit prägten Generationen. Sein Name steht heute auf dem berühmten Centre Court von Melbourne.
8. Björn Borg (Schweden)
Björn Borg – der „Ice Man“ des Tennis – war bekannt für seine Nervenstärke. Mit 66 Einzeltiteln und 11 Grand Slams dominierte er Wimbledon und Roland Garros. Eine olympische Medaille gewann er nie; er beendete seine Karriere bereits mit 26. Borgs Rivalität mit McEnroe elektrisierte den Sport, sein früher Abschied trug zu seinem Mythos bei. Seine Dominanz auf verschiedenen Belägen war in den 70er/80er Jahren einzigartig.
9. Ilie Năstase (Rumänien)
Ilie Năstase, Rumäniens Tennis-Magier, begeisterte mit Reflexen und Kreativität. Er gewann 64 Einzeltitel, darunter 2 Grand Slams und 4 Jahresendturniere. Olympia blieb ihm verwehrt, doch sein Showtalent machte ihn weltweit populär. Năstases Eskapaden sorgten für Schlagzeilen, sein Können war unbestritten. Bis heute ist er einer der unterhaltsamsten Charaktere der Tennisgeschichte.
10. Pete Sampras (USA)
Pete Sampras war das Vorbild des modernen Champions: 64 Einzeltitel und 14 Grand Slams. Auf Rasen und Hartplatz dominierte er, war 286 Wochen die Nummer 1. Eine Olympiamedaille gewann er nie, dafür aber 5 ATP-Finals und 11 Masters-1000-Titel. Sein Serve-and-Volley-Spiel war das Maß aller Dinge in den 1990ern. Sampras beendete seine Karriere mit einem letzten Triumph bei den US Open 2002.
Erwähnenswerte Namen: Plätze 11–20 – Stars, die die Top Ten knapp verpasst haben
11. Guillermo Vilas (Argentinien): Guillermo Vilas war eine Sandplatz-Legende mit 62 ATP-Einzeltiteln und vier Grand Slams. Für seine Ausdauer und seinen Arbeitsethos wurde er bewundert – er ebnete den Weg für südamerikanisches Tennis.
12. Andre Agassi (USA): Andre Agassi schaffte den seltenen Career Golden Slam: alle vier Grand-Slam-Titel und olympisches Gold. Mit 60 ATP-Titeln war er eine schillernde Persönlichkeit, die Farbe und Glamour auf die Tour brachte.
13. Boris Becker (Deutschland): Boris Becker wurde als Teenager weltbekannt, als er mit 17 Wimbledon gewann. Der deutsche Publikumsliebling holte sechs Grand Slams und 49 ATP-Einzeltitel und war einer der Showmen des Sports.
14. Stan Smith (USA): Stan Smith gewann 49 Einzeltitel und zwei Grand Slams; für Sportsgeist und Zuverlässigkeit wird er bis heute geschätzt. Sein Name wurde auch durch den berühmten Adidas-Schuh weltbekannt.
15. Andy Murray (Großbritannien): Andy Murray ist der einzige Mann mit zwei olympischen Goldmedaillen im Einzel, dazu gewann er drei Grand Slams. Mit 46 Einzeltiteln steht er für Durchhaltevermögen und taktische Intelligenz – besonders in Großbritannien wird er verehrt.
16. Arthur Ashe (USA): Arthur Ashe gewann 45 ATP-Einzeltitel und drei Grand Slams und durchbrach als erster schwarzer Grand-Slam-Champion Barrieren. Ashe bleibt ein Pionier und Humanist – sein Einfluss reicht weit über Tennis hinaus.
17. Thomas Muster (Österreich): Thomas Muster beherrschte in den 1990ern den Sandplatz, gewann 44 Einzeltitel und die French Open. Seine physische Stärke und sein Wille machten ihn zu einem der härtesten Konkurrenten seiner Zeit.
18. Stefan Edberg (Schweden): Stefan Edberg verband elegantes Serve-and-Volley-Spiel mit Fairness, gewann 41 Einzeltitel und sechs Grand Slams. Auch im Doppel war er außergewöhnlich erfolgreich.
19. John Newcombe (Australien): John Newcombe war bekannt für seinen Aufschlag und Volley, gewann 41 Einzeltitel und sieben Grand-Slam-Titel. Er glänzte sowohl im Einzel als auch im Doppel und war ein geachteter Sportsmann.
20. Ken Rosewall (Australien): Ken Rosewalls Karriere erstreckte sich über mehr als zwei Jahrzehnte, dabei holte er 40 Einzeltitel und acht Grand Slams. Berühmt für seinen eleganten Rückhand-Slice und seine Langlebigkeit, bleibt er einer der konstantesten Champions aller Zeiten.
Top 20 ATP-Spieler nach Einzeltiteln
| Rang | Spieler | ATP-Einzeltitel | Grand Slams | Olympische Medaillen |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Jimmy Connors | 109 | 8 | – |
| 2 | Roger Federer | 103 | 20 | 1🥈 |
| 3 | Novak Djokovic | 100 | 24 | 1🥇 1🥉 |
| 4 | Ivan Lendl | 94 | 8 | – |
| 5 | Rafael Nadal | 92 | 22 | 1🥇 |
| 6 | John McEnroe | 77 | 7 | – |
| 7 | Rod Laver | 72 | 11 | – |
| 8 | Björn Borg | 66 | 11 | – |
| 9 | Ilie Năstase | 64 | 2 | – |
| 10 | Pete Sampras | 64 | 14 | – |
| 11 | Guillermo Vilas | 62 | 4 | – |
| 12 | Andre Agassi | 60 | 8 | 1🥇 |
| 13 | Boris Becker | 49 | 6 | – |
| 14 | Stan Smith | 49 | 2 | – |
| 15 | Andy Murray | 46 | 3 | 2🥇 1🥉 |
| 16 | Arthur Ashe | 45 | 3 | – |
| 17 | Thomas Muster | 44 | 1 | – |
| 18 | Stefan Edberg | 41 | 6 | – |
| 19 | John Newcombe | 41 | 7 | – |
| 20 | Ken Rosewall | 40 | 8 | – |
Legende:
🥇 = Goldmedaille | 🥈 = Silbermedaille | 🥉 = Bronzemedaille | „–“ = Keine olympische Medaille oder keine Gelegenheit (Tennis war nicht immer olympisch)
Fazit
Die Open Era hat eine unglaubliche Entwicklung des Herrentennis gesehen, mit Legenden aus jeder Generation, die den Standard immer weiter gehoben haben. Die Top 10 – und auch jene, die knapp dahinter liegen – inspirierten Millionen und hinterließen ein Vermächtnis aus Rekorden, Rivalitäten und unvergesslichen Momenten. Während das Tennis sich weiterentwickelt, werden neue Champions kommen – doch diese Namen werden für immer in der Geschichte dieses Sports nachhallen.